Archiv des Autors: alohaforum

Einzelsitzungen in Huna Hypnotherapie & Coaching

 

Das Vorgespräch :

Am Beginn steht in der HUNA HYPNOTHERAPIE ein Vorgespräch in dem der Therapeut /Coach zunächst ein Vertrauensverhältnis zum Klienten aufbaut. Dieses Vertrauensverhältnis, ist wichtig, damit man sich entspannen kann und einer zunächst fremden Person Einblick in sein Innerstes läßt.

Um möglichst die geeignetste Methode für jeden Klienten zu finden, ist die HUNA HYPNOTHERAPIE bestrebt jeden auf der Ebene abzuholen, auf der sie sich befinden. So bestimmt auch nicht der Therapeut / Coach wo die Reise hingeht, sondern der Klient und die Weisheit die den inneren Prozeß leitet.

Alleine schon das Vorgespräch ist sehr hilfreich , um für sein Leben Klarheit zu gewinnen !

Die Tiefenentspannung und veränderte Bewußtseinszustände :

Nach befriedigendem Vorinterview folgt meist eine auf den Klienten abgestimmte Entspannungsinduktion in einer bequemen Körperlage (sitzend oder liegend).

Die körperliche und geistige Entspannung soll es ermöglichen, leichter Zugang zum Unterbewußtsein bzw. Überwußtsein herzustellen und am Schluß der Sitzung die positiven Ergebnisse so zu verankern, daß sie noch nach der Sitzung wirksam sind (posthypnotisch).

Allein die Tiefenentspannung wird von streßgeplagten Menschen als äußerst erholsam und heilsam erfahren. Viele Menschen berichten danach, noch nie in ihrem Leben so entspannt gewesen zu sein.

Erhöhte innere Sensibilität und Vorstellungskraft

In der tiefen Entspannung wird bis die Aufmerksamkeit von der Außenwelt abgezogen und auf die innere Realität gelenkt. Gefühle, Wünsche  und Erinnerungen können auf mehreren Sinneskanälen verstärkt erlebt werden. Das Zeitempfinden verändert sich und es ist leichter sich Dinge optisch und akustisch vorzustellen.

Die HUNA HYPNOTHERAPIE arbeitet nur auf Entspannungsebenen bei denen das Wachbewußtsein noch in der Lage ist ggf. unerwünschte Vorschläge und Suggestionen des Therapeuten abzulehnen.

Die Arbeit auf den vier Ebenen und ihre Grundannahmen :

1.Ebene : Die objektive Welt:

Alles ist voneinander getrennt ! – Alles hat eine Ursache und eine Wirkung !Alles hat einen Anfang und eine Ende !

Wenn man die Welt von der ersten Ebene aus sieht und erlebt , ist man mit seinem Körper, seinen Verhaltensweisen und seinem Besitz identifiziert und der Tod wird als das Ende der eigenen Existenz betrachtet.

So beginnt die Arbeit auf dieser Ebene auch oft mit einer Reise durch den Körper, um im Zustand tiefer Entspannung einfache Streßregulierung zu bewirken und neue angemessener Verhaltenweisen im Unterbewußtsein zu verankern.

Therapeuten die außerdem noch in einer Massage- oder Körpertherapie ausgebildet sind, setzen hier gerne von der körperlichen Seite her an.

Auf der 1. Ebene anzusetzen kann aber auch heißen, die finanzielle Basis. durch Transpersonale Lebensberatung- und Coaching in den Griff zu bekommen .

Da vom Blickwinkel der 1. Ebene die Ursachen für emotionale Probleme in der Vergangenheit dieses Lebens gesucht werden, ist hier die Rückführung die bevorzugte Technik. Mit dem Wissen und den Fähigkeiten von heute wird man noch einmal zu Schlüsselerlebnissenzurückgeführt, um deren negativen Einfluß im Unterbewußtsein zu verändern.Doch oft reichen Rückführungen alleine nicht aus, wenn als vielmehr ein Mangel an Liebe und Fürsorge in der Kindheit vorherrschten. Deshalb wird das innere Kind, aus dieser Zeit gerettet und sanft in die subjektive Welt mitgenommen.

 2. Ebene : Die subjektive Welt:

Alles ist mit allem verbunden – Alles befindet sich im Übergang und ist Teil eines Kreislaufes – Alles ist bewußt und gibt Antwort

Hier eröffnet sich ein völlig neues inneres und äußeres Erleben. In einer alternativen inneren Landschaft kann der Erwachsene dem Inneren Kind, die Fürsorge geben, die es im realen Leben nie erfahren konnte. Hier schlummern auch  die Ressourcen der wahren Inneren Ratgeber, die das Höhere Selbst repräsentieren. Sie werden durch geleitete Trancereisen gefunden, damit sie Antworten, Führung und Unterstützung geben können. Einmal gefunden, können sie zu einer großen Erleichterung in der Arbeit für Therapeut und Klient werden.

Weil alles mit allem verbunden.ist, ist es möglich, durch Zeit und Raum hinweg mit allen Menschen zu kommunizieren und all das zu klären, was durch Trennung, Tod oder Angst unausgesprochen und „un-erhört“ blieb. Wir nennen die Technik Klärung unvollständiger Kommunikation. Oft steht am ihrem Abschluß der Vergebungsprozeß der durchaus  auch ein Selbstvergebungsprozeß sein kann. Eine Erweiterung dieser Arbeit stellt  die Arbeit mit co – abhängigen  Beziehungen dar. Dessen Klärung führt zu co – kreativen Beziehungen.

Auf der 2. Ebene stellt der Tod nicht das Ende des individuellen Bewußtseinsstromes dar. Frühere und zukünftige Leben können durch Reinkarnationsarbeit ins Bewußtsein geholt werden und die Trauer – und Sterbebegleitung gewinnt eine andere Dimension, weil sie den Sterbenden auf den Wechsel im Kreislauf der Wiedergeburten vorbereiten und ein Stück begleiten kann.

Weil alles bewußt ist und Antwort gibt, können wir einen Dialog mit erkrankten Körperstellen führen und den inneren Heiler um Hilfe bitten. An dieser Stelle können auch energetische Methoden wie z.B. Reiki mit der transpersonalen Hypnotherapie kombiniert werden.

 

Die 3. Ebene : Die symbolische Welt :

Alles ist symbolisch ! – Alles ist Teil eines Musters und hat die Bedeutung die Du ihm gibst !

Hier steht die Arbeit mit Affirmationen, Glaubenssätzen und Träumen im Vordergrund, um erwünschte Lebensumstände zu verändern oder zu erschaffen. Die Traumarbeitermöglicht es Schattenthemen ans Licht zu bringen, und aus ihnen die Essenz behindernder Glaubenssätze herauszufiltern. In der Konferenzraumtechnik begegnet man Teilpersönlichkeiten, die verschiedenste Werte, Glaubenssätze und Funktionen der Psyche symbolisieren. Leidet man im täglichen Leben unter Konflikten oder Entscheidungsschwierigkeiten, so symbolisiert das Unterbewußte sie als unversöhnte Teilpersön-lichkeiten. Es geht darum sie kennenzulernen, sie zu akzeptieren ggf. zu transformieren und miteinander, anstatt gegeneinander, arbeiten zu lassen.

4. Ebene : Die holistische oder mystische Welt:

Alles ist eins – Es gibt nur Bewußtsein

Hier geht es nicht mehr um Veränderung oder Verbesserung innerer oder äußerer Zustände, sondern einzig um das Aufwachen vom Traum der Identifikation, die wir „Ich“ nennen und von allen mystischen Wegen als die Ursache für unsere Verstrickungen in Dramen gesehen. Daher steht hier die Frage „Wer bin ich ?“ im Mittelpunkt.

–        Die Techniken  der Hypnotherapie ermöglichen es, in tiefer Entspannung in meditative Zustände einzutauchen, die meistens nur nach jahrelanger Meditation erreicht werden. Hier wird man jenseits von allen Identifikationen in die stille Natur unseres eigenen Geistes geleitet.

DIE ANWENDUNGSBEREICHE :

Psychotherapie und Heilung:

  • Streßbewältigung durch Tiefenentspannung
  • Transformation von Ängsten, Phobien, Trauer, Wut , Schuld und Scham
  • Transformation traumatischer Prägeerlebnisse
  • Konfliktlösung und Enscheidungshilfe
  • Entwicklung co-kreativer Partnerschaften
  • Hilfe in der Suchtentwöhnung
  • Unterstützung des Selbstheilungsprozesses
  • Geburtsvorbereitung
  • Verarbeitung von Verlust, Trauer und Angst bei Sterbeprozeß und Tod

Lebensgestaltung :

  • Stärkung des Selbstvertrauens und der Selbstakzeptanz !
  • Hilfe in der beruflichen Orientierung !
  • Stärkung von Motivation und Ausdauer im Erreichen selbstgesteckter Ziele !
  • Überwindung von Prüfungsängsten und Verbesserung des Lernverhaltens
Intuitive Entwicklung, Selbsterforschung und Meditation
  • Tiefe Meditation durch hypnotische Entspannungstechniken
  • Zugang zu inneren Ratgebern und dem Höherem Selbst eröffnen den Zugang zur spirituellen Ebene
  • Entwicklung intuitiver und extrasinnlicher Fähigkeiten !
  • Erforschung der Frage „Wo komme ich her ?“ durch Rückführungen in vergangene Leben !
  • Erforschung der Frage „Wer bin ich ?“ im Zustand der Tiefenmeditation
  • Erforschung der Lebensaufgabe im Zustand der Tiefenmeditation
 

Dzogchen – Der ursprüngliche Zustand

Im Laufe der letzten Jahre sind viele Sucher  entweder direkt oder indirekt mit dem Begriff Dzogchen in Kontakt gekommen. Vielleicht durch tibetisch-buddhistische Literatur und Vorträge oder durch Querverweise moderner spiritueller Lehrer.

Ich selbst erhielt meine ersten Dzogchen-Belehrungen 1998 in Seattle. „Zufällig“ bin ich auf ein Seminar von Ganteng Tulku Rinpoche zu dem Thema „Die Natur des Geistes“ aufmerksam geworden. An drei Abenden vermittelte er in wenigen Worten auf die klarste und einfachste Art, die Sichtweise und Praxis des Dzogchen aus der Nyingmapa-Tradition des tibetischen Buddhismus.

Was hat es auf sich mit Dzogchen?

Dzogchen ist tibetisch und heißt so viel wie „Die große Vollkommenheit“, wird aber auch „Der ursprüngliche Zustand“ genannt, um auszudrücken, dass es nichts zu vervollkommnen gibt. Grundsätzlich bezieht sich der Name Dzogchen nicht auf eine philosophische Lehre, sondern auf den ursprünglichen Zustand unseres Geistes, die Buddha-Natur:

„Kurz gesagt, ist die Natur des Geistes in ihrer Essenz leer; sie ist wie Raum. Weil sie keine Form, keinen Geruch, keinen Geschmack, Klang oder Textur hat, ist sie komplett leer. Sie war von Anbeginn so.“

Urgyen Tulku Rinpoche – As it is, Volume II

 In Tibet ist Dzogchen traditionell als die höchste und essentiellste Lehre betrachtet worden. Obwohl Dzogchen häufig mit der Nyingmapa (oder Alten) Schule des tibetischen Buddhismus verbunden wird, gibt es auch in der im Schamanismus wurzelnden Bön-Schule eine Dzogchen-Tradition, die schon lange existierte, bevor der Buddhismus nach Tibet kam. Dzogchen fand auch Einzug in die Karma-Kagyu-Schule des tibetischen Buddhismus durch den 3. Karmapa Rangjun Dorje, der es unter dem Namen „Mahamudra“ integrierte. Auch der 5. Dalai Lama Gyalchog Naba und Oberhaupt der Gelugpa-Schule übte im Geheimen Dzogchen.

In der buddhistischen Tradition Tibets war Garab Dorje der erste menschliche Lehrer der Dzogchen –Methode. Im 8.Jh. kam sie durch Guru Padmasambhava, Vimalmitra und Vairocana von Ödyana ( ein Teil des heutigen Afghanistan) nach Tibet. Seit dieser Zeit  werden die Dzogchen-Belehrungen von Meister zu Schüler in ununterbrochener Reihenfolge weiter gegeben.

Um Dzogchen besser verstehen zu können, ist es hilfreich, die buddhistische Einteilung der Lehren in „Grundlage , Pfad und Frucht“ in den verschiedenen Fahrzeugen des Buddhismus zuerklären.

Hinayana – das kleine Fahrzeug zur Erleuchtung – beruft sich auf die als Sutras bezeichnetenLehrreden des Buddha Shakyamuni. Die Grundlage ist die Abscheu vor der unreinen Welt des Leidens, der entsagt werden muss. Alle Gewohnheiten und Neigungen, die als negativ bewertet werden, müssen aufgegeben werden. Der Pfad besteht aus der dreifachen Übung in Sittlichkeit, schrittweiser Meditation und Entwicklung von Erkenntnis. Die Frucht ist die persönliche Befreiung,  sodass man dem Kreislauf der Wiedergeburten nicht mehr unterworfen ist. Das Ideal ist der Mönch oder die Nonne.

Im Mahayana  – dem großen Fahrzeug zur Erleuchtung – wird es nicht als Ideal betrachtet, nur die eigene Erleuchtung zu suchen, sondern auch nach der Erleuchtung aller Wesen zu streben. Man nennt diese Menschen Bodhisattvas

Als Grundlage wird  die jedem Menschen innewohnende Buddha – Natur angesehen. Der Pfad besteht in der Übung der sechs Vollkommenheiten, mittels derer man Verdienst und Weisheit erlangt. Die Frucht ist die Verwirklichung der Budhaschaft.

Im Mahayana  wird tiefes Mitgefühl für alle Wesen entwickelt und die Erkenntnis, dass das Ego und alle Phänomene leer sind. Während im Hinayana alle Handlungen durch Regeln und Gelübde geregelt werden, spielt im Mahayana mehr die Motivation hinter den Handlungen eine Rolle. Hinayana und Mahayana bilden zusammen das Sutrasystem.

Die Belehrungen, die in den Tantras zu finden sind,  gehen auf den Lichtkörperbuddha Vajrasattva zurück.

Innere und äußere Tantras bilden das als Vajrayana bekannte „Diamantfahrzeug“.Sie lehren das Wissen und die Funktionsweise der Energie ( tibetisch ausgedrückt der Stimme ) . Die Methoden, die in den Tantras beschrieben werden, verwenden umfangreiche Rituale und Reinigungen.

Der Praktizierende transformiert sich durch die Hauptwerkzeuge der Visualisation und Mantras in eine Gottheit. Er reinigt subtile Energiekanäle und Chakras, reintegriert schließlich nach einem Leben hingebungsvoller Praxis beides zur „reinen Vision“ und verwirklicht die  Erleuchtung in diesem Leben .

Ein traditionelles Gleichnis macht die Methoden der Fahrzeuge deutlich:

Begegnet ein Anhänger des Hinayana der „Giftpflanze“ der Leidenschaften, dann versucht er sie zu vermeiden, weil er um ihre Folgen weiß. Der Mahayana – Anhänger wendet unerschrocken ein Gegenmittel an und der Vajrayana – Anhänger ißt sogar ihre Frucht, weil er sie in Nektar verwandeln kann.

Dzogchen hingegen lehrt die direkte Methode der Selbstbefreiung, bei der es nichts aufzugeben oder zu transformieren gibt.

Selbstbefreiung heißt, dass alles auftauchen darf, ohne dass es als gut oder schlecht, schön oder hässlich  bewertet wird. Ohne Haftung und Bindung befreit sich Gedanke, Gefühl oder Ereignis ganz von selbst. Das „Gift“ der dualistischen Sichtweise hat keinen Boden in dem seine Saat aufgehen könnte. Daher sagt man vom Weg der Selbstbefreiung, dass er im Vergleich zum Weg der Entsagung (Sutra) und dem Weg der Transformation (Tantra) stärker mit dem Aspekt des Geistes arbeitet.

Der Dzogchen-Übende kann ein ganz normales Leben in der Welt mit Familie, Arbeit und Kindern führen, oder als Yogi, Yogini, Mönch oder Nonne , wie es ihm oder ihr beliebt.

Es gibt keine Regeln außer der eigenen Wachsamkeit. Nicht nur ist es möglich sich im Laufe eines Lebens zu verwirklichen, sondern es wird auch von dem „großen Transfer in den Lichtkörper“ gesprochen. Es sind viele Berichte über große Meister bekannt, deren  materieller Körper, in die Lichtsubstanz der Elemente, auch „Regenbogenkörper“ genannt, übergingen, sodass nur ihre Haare, Nägel und Zähne übrig blieben. Auf diese Weise können sie weiterhin zum Wohle aller Wesen auf der Energieebene wirken.

Die Grundlage

“ In Bezug darauf ob es einen Namen hat , sind die  Namen die damit bezeichnet werden unerfassbar in ihrer Anzahl.

Einige nennen es die Natur des Geistes oder „der Geist selbst“.

Einige Thirtikas nennen es Atman oder das „Selbst“.

Die Sravakas nennen es die Doktrie vom „Nicht-Selbst“ oder die „Abwesenheit eines Selbstes“.

Einge nennen es Mahamudra oder das „große  Symbol“ .

usw.

Padmasambhava ( Self-Liberation through seeing with naked awareness )

Die Grundlage von Dzogchen ist der fundamentale, ursprüngliche Zustand der absoluten Natur des Geistes.

Es wird eine wesentliche Unterscheidung getroffen zwischen der Natur des Geistes und dem Geist in Form unaufhörlicher Gedankenprozesse.

Ein traditionelles Beispiel macht das deutlich : Die Natur des Geistes ist wie eine polierter Spiegel, die ständigen Gedanken, Emotionen und Empfindungen sind wie die Reflexionen auf dem Spiegel. Weilen wir in der reinen Gegenwärtigkeit ( tibetisch : Rigba ), so leben wir in der Dimension des Spiegels, der alles reflektiert, egal ob schön oder hässlich. Leben wir im Nichterkennen, der Dimension der Reflexionen, dann halten wir alles für gegenständlich und wirklich. Im Zustand des gewahrseienden Spiegels leben wir in der Budhaschaft, im Zustand nichterkennender Reflexion kommen wir in den Kreislauf der Wiedergeburten.

Im Dzogchen wird der Rolle des Meisters ein besonders großer Stellenwert beigemessen, da er den Schüler oder die Schülerin in sogenannten Übertragungen in die Natur des Geistes einführt. Es werden drei Arten der Übertragung unterschieden :

1. die direkte Übertragung von Geist zu Geist;

2. die symbolische Übertragung durch das Zeigen von Zeichen und Symbolen, still oder nur mit wenigen Worten;

3. die mündliche Übertragung durch das Erklären mit Worten vom Mund des Meisters in das Ohr des Schülers oder der Schülerin.

Oft erfolgt die Übertragung erst am Ende jahrelanger Praxis, oder wenn der Meister den Schüler für reif hält.

Wer so den Urzustand seines Geistes realisiert hat, bleibt darin verankert und integriert alle seine Erfahrungen darin.

„Wenn wir uns wieder und wieder an diese natürliche, ursprüngliche Leere gewöhnen, werden wir vertraut damit. Dann wird es eine Strecke durch den ganzen Tag, vom Morgen bis zum Abend  geben, die nur leere Bewusstheit ist, ungetrübt von Begriffen wahrgenommener Objekte oder des wahrnehmenden Geistes. Dies korrespondiert mit dem Erreichen der Bodhisattva Ebene, den „Bhumis“. Wenn es niemals einen Bruch gibt, weder am Tag oder in der Nacht, dann wird das Buddhaschaft genannt, wahre und komplette Erleuchtung.“

Urgyen Tulka Rinoche – As it is, volume II

Wer ehrlich mit sich selbst und seinem Lehrer/Meister ist, wird herausfinden wo er oder sie steht .

Die überwiegende Anzahl der Menschen erfährt auf der relativen Ebene, dass die Natur des Geistes, wenn sie denn überhaupt realisiert wurde, größtenteils von Hindernissen verhüllt ist, oder nach Phasen der Klarheit wieder verhüllt wurde. Daher wird das Befolgen der Lehren und das Anwendung der Übungen, um diese Hindernisse wegzuräumen Pfad genannt. Es geht also auf dem Pfad nicht um das Erreichen der Erleuchtung, da diese als wahre Natur unseres Geistes schon existiert und lediglich verhüllt ist

Der Pfad

Auf dem Pfad werden primäre und sekundäre Übungen angewendet. Die primären Übungen führen zum Verweilen in der nackten Präsenz. Der Praktizierende ist voll gegenwärtig und bewusst, nicht schläfrig, aufgeregt oder abgelenkt. In einigen Schulen sitzt er dabei mit weit offenen Augen, in anderen mit geschlossenen Augen.

Im Dzogchen werden gleichermaßen Augenblicke der Ruhe, wie auch die Momente angenommen, in denen der Geist bewegt ist. Gedanken, Gefühle und Empfindungen ziehen vorbei, ohne dass sie weggestoßen oder festgehalten werden.

Die Zeitphasen des Sitzens sind im allgemeinen nicht so lang wie beispielsweise in der Vipassana-Meditation. Im Seminar mit Genteng Tulku Rinpoche saßen wir zu Beginn wenn es hoch kam höchstens 20 Minuten. In der Dzogchen – Gruppenpraxis Sogyal Rinpoches, an denen ich teilnahm, gab es z.B. mehrere Sitzphasen von 10 Minuten.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass Ganteng Tulku Rinpoche sagte :„Lieber 13mal am Tag eine Minute voll wach sitzen, als 13 Minuten schläfrig !“

Um den Geist zu befähigen, gegenwärtig zu sein und zu bleiben, verwendet Dzogchen Semde (Die Serie des Geistes) in vier Hauptübungen Shine, Lhanton, Nyimed und Lhundrup.

 Shine, was soviel wie „sich nicht verstricken“ heißt, soll dabei helfen den inhaltlosen Raum des Geiste zu finden. Im  stillen Sitzen werden Methoden angewandt, um sich auf ein Objekt (z.B. den Atem) zu fixieren, bis ein Zustand länger währender geistiger Ruhe erreicht ist. Die Methoden ähneln hier stark denen der Vipassana- und Za Zen – Meditation.

Lhanton dagegen arbeitet damit, die Gegenwärtigkeit in den Bewegungen der Gedanken zu finden, ohne Schwierigkeiten zu haben, die Position des Beobachters zu halten.

In Nyimed soll der Eine Geschmack erkannt werden, den der leere Raum des Gewahrseins mit der Energie der Gedanken gemeinsam hat.

Lhundrup  heißt „Selbstvollkommenheit“. Dabei ist der Praktizierende wieder  in seine natürliche Verfassung eingegliedert und erlebt alles als Spiel der eigenen Energien. Laut Namkhai Norbu ist sie die Übung des Dzogchen

Die sekundären Übungen arbeiten zum Teil damit, besondere Fähigkeiten zu entwickeln, wie zum Beispiel das Traumyoga  oderdie Aussendung desBewußtseins im Moment des Todes ( Phowa ) Sie können aber auch Methoden der Sutra oder Tantra – Stufen mit ihren Visualisationen und Mantrapraktiken beinhalten, sowie tibetische Yoga – und Atemübungen (Kum Nye).

Es ist also festzustellen, dass Dzogchen viele unterschiedliche Methoden verwendet, um dem Einzelnen auf der relativen Ebene der Hindernisse gerecht zu werden. Vorbereitenden Übungen werden Nöndro  genannt. Dabei gibt es aber keine festgelegte Reihenfolge wie auf den stufenweisen Pfaden. Den Schülern wird die Möglichkeit gegeben, sofort auf einer anspruchsvolleren Stufe zu beginnen oder nach Bedarf andere Methoden heranzuziehen, die ihrer momentanen körperlichen, energetischen und geistigen Verfassung im Sinne des Dzogchen förderlich ist.

Die Frucht

-Gerade weil Dzogchen kein Stufenweg ist, dienen die Unterteilungen in Grundlage, Pfad und Frucht lediglich der Erklärung. So besteht der Pfad aus dem Eintreten in den Urgrund und die Frucht ist  das Verweilen in der Essenz des Urgrundes in allen Handlungen und Meditationen.

Hören wir was ein Dzogchen Meister zu sagen hat:

„Hat der Praktizierende völlige Stabilität in der Kontemplation ( anstrengungsloses Gewahrsein) dann befindet er sich, sobald er einschläft, im Zustand des natürlichen Lichts, auch wenn er keine spezielle Praxis macht. Während er träumt , ist er sich bewusst, dass er träumt. Seine Praxis ist vollendet; ob im Leben oder im Tod, er ist immer gegenwärtig, er hat die Dimension des Sambhogkaya (des Lichtkörpers)verwirklicht. Stirbt er, dann ist er unverzüglich bereit, wenn das Bardo des essentiellen Zustands (dharmata) erscheint.“

Namkai Norbu – Dzog Chen, Der ursprüngliche Zustand

Gerade diese Worte erinnern mich immer wieder an die nötige Bescheidenheit auf dem pfadlosen Pfad, in einer Zeit, in der sich viele für „erwacht“ halten, wenn sie lediglich einen mehr oder weniger langen Schimmer der Leere oder des Lichts erfuhren.

So empfehle ich denn allen, die  Interesse am Dzogchen haben, den Kontakt mit einem lebenden Dzogchen Meister, seiner Sangha und seiner Literatur.

Namkai Norbu nennt fünf notwendige Fähigkeiten um Dzogchen zu üben :

1. Mitarbeit

Der Schüler muss ein Verlangen danach haben die Lehre zu hören, zu verstehen und aktiv mit einem Meister zusammenzuarbeiten.

2. Fleiß

Der Schüler muss beständig in seiner Mitarbeit und Verpflichtung sein und nicht ständig schwanken.

3. Gegenwärtiges Bewußtsein

Der Schüler muss gegenwärtig von Augenblick zu Augenblick leben und sich nicht von der Vergangenheit und Zukunft ablenken lassen.

4. Wirkliches Üben

Der Schüler muss wirklich Übungen durchführen die ihm gezeigt wurden !

5. Prajna ( Wissen das jenseits führt)

Der Schüler muss ausreichende Intelligenz besitzen, um die Belehrungen zu verstehen und die Fähigkeit in das einzutreten was jenseits der Worte liegt.

Leider konnte ich nur einen sehr kleinen Teil des Themas Dzogchen streifen. So bleiben in diesem Artikel Dzogchen Londe und Dzogchen Mannagde unerwähnt.

Auch scheint es in der heutigen Zeit des Satsang-booms erforderlich, einen Vergleich mit dem Advaita Vedanta zu ziehen. Dies ist aber, wenn überhaupt,  nur auf der Grundlage eines Mindestwissens über tibetisch-buddhistisches Dzogchen möglich, so wie ich es hier darzustellen versucht habe. Ich hoffe zu einem späteren Zeitpunkt in einem Artikel darauf eingehen zu können.

Mario Sattsam Schwenninger begann seinen spirituellen Weg mit 20 mit der buddhistischen Zen-Meditation bei Dr. Klaus Zernikow. Er führte über Osho zu H.L. Poonja und tibetischem Buddhismus. Ich erhielt Belehrungen und Einweihungen in den tibetischen Bhuddhismus von Kalu Rinpoche, Ganteng Tulku Rinpoche, Ngakpa Chögyam Rinpoche, Chimed Rigdzin Rinpoche, Ugen Tulku Rinpoche, Tenga Rinpoche, Sakya Trizin Rinpoche und James Low.

 

Huna und „freier Wille“

Es ist eine Frage, an der sich Philosophen aller Jahrhunderte die Zähne ausgebissen haben, und jeder, der sich damit beschäftigt, muß sie wieder für sich durchkauen, um einen eigenen Standpunkt zu finden.

Versuchen wir es auch einmal auf „schamanisch“:

Gehen wir mal – wie du sagst – davon aus, dass Sprache und Denken offensichtlich dualistisch sind. Dann gibt es folglich grundsätzlich  zwei Antworten und Sichtweisen zu „Willen“: entweder er wird als frei betrachtet oder nicht.

Die Schamanen haben sich – wie Serge in seiner email an dich deutlich ausführte – dafür entschieden, mit der Vorstellung des freien Willens zu arbeiten, während sich Mystiker  (zumindest der meisten indischen Richtungen, so scheint mir) im allgemeinen dafür entschieden haben, mit der Vorstellung des nicht freien Willens zu arbeiten.

Nach meiner Erfahrung scheinen wir immer dann Probleme auf der Denk- und Sprachebene zu kriegen, wenn wir anfangen, die beiden Systeme miteinander zu vermischen; denn dann vermischen wir auch deren Vorweg-Annahmen und verstricken uns infolgedessen notwendigerweise in logische Widersprüche.

Versuchen wir daher Serges Huna-System, so wie er es im „Stadt-Schamanen“ beschrieben hatund in seinen Workshops vermittelt, systematisch auf diese Fragestellung anzuwenden:

Mit dem ersten Huna-Prinzip IKE nehmen wir an, dass alle Systeme und Denkansätze willkürlich sind. Folglich können sie nicht „wahr“ im absoluten Sinne sein, sondern – mit PONO, dem 7. Prinzip, gedacht – nur „nützlich“ oder „praktisch“ in dem Sinne, dass die Vorstellung vom freien Willen im schamanischen System wirksam ist und die vom nicht freien  im mystischen.

Gehen wir weiter mit IKE: Wenn alle Systeme willkürlich sind, dann muß sich logischerweise der Schamane im Leben entscheiden. Wenn er in seinem eigenen System nicht unlogisch werden will, braucht er dazu notwendigerweise die Vorstellung eines freien Willens. Damit fällt er jedoch keinerlei Urteil über die Frage, ob es denn „wahr“ ist, dass es einen“ freien Willen“ gibt. Diese Frage treibt ihn nicht um. Für ihn ist nur interessant, ob die Vorstellung des freien Willens ihn bei seiner Arbeit als Heiler von Menschen, Beziehungen und Umfeld hilft -PONO.

Der Mystiker hingegen setzt seinen Schwerpunkt nicht auf das wirksame Handeln in dieser dualistischen „Welt“. Ihm geht es darum herauszufinden, was jenseits der dualistischen  Denk- und Sprachwelt existiert. Folglich geht er – wenn er sein System sprachlogisch vermitteln  will – von der Vorweg-Annahme  aus, dass es außerhalb der dualistischen Welt, die durch Denken und Sprache entsteht (mind), keine Vorstellungen von freiem und nicht freiem Willen mehr gibt. Denn wenn die Vorstellung eines vom Absoluten separaten Egos transzendiert ist, dann stellt sich die Frage des individuellen freien oder nicht freien Willens schlichtweg nicht mehr!

Das Problem liegt – so gesehen -eigentlich nur im Zuhörer, der immer noch mit dualistischen Vorstellungen hört und sieht .Demzufolge stellt sich ihm natürlicherweise auch immer noch die dualistische Frage „freier Wille ja/nein“. Transzendiert der Zuhörer seine eigene dualistische Sicht- und Hörweise, dann hat er sein LONO-Problem auch nicht mehr.

So würde ich für mich die Frage nach der Willensfreiheit  aus huna-schamanischer Sicht beantworten. Ich danke dir, Anahato, dass du mir mit deiner Frage Gelegenheit gegeben hast, ergänzend zu meinem Artikel auch darüber noch systematisch nachzudenken.

Aloha

Anela & Sathyam